John Arnold ist mit Thomas Tompion
und A.L. Breguet einer der herausragendsten Uhrmacher aller Zeiten.
1735 in Bodmin geboren, lernte er zunächst bei seinem Vater die Uhrmacherei. Um
sich weiterzubilden verbrachte er etliche Jahre in Haag in Holland. 1756 kehrte
er nach England zurück. Er lebte und arbeitete ab 1779 in Well Hall, wo er auch
1799 starb. 1769 wurde sein Sohn John Roger Arnold geboren, der das Werk seines
Vaters fortsetzte und selbst 1843 starb.
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Es wird berichtet, dass er für König Georg III. eine zierliche Ringuhr fertigte, in welche Arnold ein 1/8 Std. Schlagwerk und ein Rubin-Zylinderechattement einbaute. Um diese Uhr zu fertigen, mußte Arnold erst viele Werkzeuge dafür selbst herstellen. Er soll dafür einen Lohn von 500 Guineas bekommen haben.
Die Erfindungen:
John Arnold besaß eine große Begabung mechanische Zusammenhänge zu erkennen. Er erkannte zwei Dinge sehr genau, die zur Verbesserung der Ganggenauigkeit von tragbaren Uhren unverzichtbar waren:
So konstruierte er zunächst besondere Kompensationsunruhen die er nach deren äußeren Formen bezeichnete (Doppel OZ Unruh, Doppel S Unruh, Doppel T Unruh, YZ Unruh, Z Unruh). Bei Wärmeausdehnung verlagerte sich hier das Schwergewicht der Unruhe nach innen. Die Uhr Nr.:36 wurde der königlichen Sternwarte in Greenwich zum Testen übergeben und erreichte sensationell gute Gangergebnisse. Eine andere Variante der Temperaturkompensation war die automatische Justierung des Regulierzeigers mittels eines Bimetallstreifens!
Ab 1769 widmete er sich dem Bau von Marinechronometern. Sein erster Prototyp besaß noch eine Art Zylinderhemmung, dann aber schwenkte er auf die Chronometerhemmung um. John Arnold war einer der ersten, die das Prinzip der Chronometerhemmung entwickelt hatten. Zuerst konstruierte er Chronometerhemmungen mit Wippe, später ging er zur Federauslösung über. Er vermied dadurch die Reibung der Zapfenlagerung. Mehr über die Chronometerhemmung erfahren Sie auf dieser Seite von SchmuckundUhren.de.
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Eine Anekdote Auf der 120m
hohen Kirchtumspitze der Kathedrale von Salisbury mußte der Wetterhahn
von Zeit zu Zeit gewartet werden. Eine große Zuschauermenge versammelte
sich zu diesem Schauspiel auf dem Kirchplatz. Ein Uhrmacher namens
Arnold erklärte nämlich dies zu tun, hinaufzuklettern und zusätzlich
auf der Kirchturmspitze eine kleine Uhr zu reinigen, wieder
zusammenzubauen und innerhalb einer Stunde wieder zurückzukehren. Natürlich darf an der Richtigkeit dieser Geschichte auch gezweifelt werden. |
Nach seinem Lebenswerk darf John Arnold als einer der herausragendsten Präzisions-Taschenuhrmacher angesehen werden. Über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren kam kein anderer Uhrmacher an die Gangleistungen seiner Taschenchronometer heran. Diese zählten bis ca. 1850 zu den genauesten Zeitmessern bei den Kleinuhren überhaupt, auch wenn ihm seit 1790 Breguet mit seinen Uhren mit Ankerhemmung Konkurrenz machte, weil diese Uhren flacher und robuster waren.