| Einer der bedeutendsten Uhrmacher der Geschichte war Abraham-Louis Breguet. Er erblickte 1747 in Neuchatel das Licht der Welt. Abraham-Louis zeigte schon sehr früh Interesse an der Uhrmacherei seines Stiefvaters. Dieser schickte ihn 1762 (Breguet war damals 15 Jahre alt) zu einem berühmten Uhrmacher in Versailles in die Lehre. 1775 gründete er ein Geschäft in Paris am Quai dŽ Horologe. | ![]() |
| Bald war er bekannt und beliebt.
Sogar Ludwig XVI und Napoleon I zählten zu seinen Kunden. Breguet hatte ein großes
Talent bestehende Lösungen zu verbessern, aber auch neue technische Möglichkeiten zu
entwickeln. Breguet besaß einen großen Ideenreichtum. Es machte ihm Spaß seine
Erfindungen zu variieren und zu experimentieren. So kam es, dass von den ca. 4000 Uhren die
in seiner Werkstatt entstanden sind, beinahe keine einer anderen gleicht! Abraham-Louis Breguet hatte guten Kontakt zu anderen berühmten Uhrmachern seiner Zeit. So schätzte er sehr Ferdinand Bertoud und John Arnold. Die Firma, die Abraham-Louis Breguet gegründet hatte, wurde von seinem Enkel und Urenkel weitergeführt. Die Firma Breguet, die heute am Place Vendome in Paris residiert, pflegt heute noch die alten Geschäftsbücher, anhand derer sich die Echtheit von antiken Breguet Uhren nachweisen lässt. Breguet starb am 17.9.1823 im Alter von 76 Jahren. |
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| Seine Erfindungen und Verbesserungen: Breguet verbesserte entscheidend die Automatik Taschenuhr durch die Verwendung zweier Federhäuser. Er nannte diese Automatik Uhren "Perpetuelles". Sie funktionierten mittels eines Platin-Gewichtes, ähnlich dem Pedometerprinzip. Er fertigte Blindenuhren (Montres à tact) mit sich drehenden Gehäuseboden. Auf diesem Gehäuseboden war ein Zeiger befestigt. Mit Hilfe dieses Zeigers und Markierungen am Umfang der Taschenuhr konnte die Zeit abgetastet werden. Breguet produzierte Schlagwerkuhren in höchster Vollendung, die bis dahin kein Uhrmacher fertig brachte. Die Kunst Breguets erstreckte sich auf alle Bereiche der Uhrmacherkunst. Er hinterließ nicht nur in technischer, sondern auch in ästhetischer Hinsicht einen tiefen Eindruck. Seine Uhren wurden so oft nachgebaut, dass er ab 1795 eine Geheimsignatur auf dem Zifferblatt verwendete. Eine spezielle Gravur die, normalerweise unsichtbar, nur unter einem bestimmten Blickwinkel betrachtet werden konnte. |
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| Breguet entwickelte die aufgebogene Spirale,
die bei weitem bessere Gangergebnisse brachte. Diese Form der Spirale wurde nach ihn
benannt, und nennt sich heute noch "Breguet Spirale". Ebenso nach ihn benannt wurden die Form der Zeiger, die er typischerweise verwendete. |
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| Breguet hatte einen genialen Gedanken. Jede Uhr hat einen sogenannten Lagenfehler, das heißt: Die Unruh schwingt in verschiedenen Lagen, in welche die Uhr während des Tragens kommt, unterschiedlich schnell. Dieser Fehler hat seine Ursache in veränderter Lagerreibung und in oft winzigen Unwuchten des Gangreglers. Um den Lagenfehler auszugleichen, setzte er den Gang-Mechanismus in einen filigranen Drehkorb, dem Tourbillon. Indem sich nun die Einheit Unruhe - Anker ständig um ihre eigene vertikale Achse dreht, wird der Lagenfehler ausgeglichen. |
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| Tourbillons müssen äußerst filigran (leicht) gearbeitet sein und die Technik und Herstellung ist äußerst aufwendig und kompliziert. Es gibt nur sehr wenige Uhrmacher die ein Tourbillon herstellen können. Die, welche es geschafft haben, gehören sozusagen zur Welt-Elite der Uhrmachermeister. |
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| Aber, so genial die Idee auch war und so faszinierend die Technik dazu auch ist, ein Sprung in Richtung präziser Zeit waren die Tourbillons nicht! Werden zwar die vertikalen Lagenfehler ausgeglichen, so beansprucht der Drehkäfig doch auch viel Energie und ist sehr anfällig auf Erschütterungen und Beschleunigungen von außen, die sich dann wieder negativ auf das Gangergebnis auswirken. | |
| Abraham Louis Breguet baute auch viele
Stoppuhren (Chronographen*), Taschen- und Marinechronometer*,
Uhren mit Thermometer, spezielle Uhren für Sternwarten, oder tragbare Standührchen für
die Reise! |
| 1783 bekam er den Auftrag, die bis dahin
komplizierteste Uhr anzufertigen. Sie sollte alle bis dahin bekannten Komplikationen in
sich vereinigen. Breguet wurde nicht unter Zeitdruck gesetzt und so kam es, dass dieses
Wunderwerk erst 1820 vollendet wurde. Die Platinen und Brücken dieser Uhr, sogar die
Räder sind aus Gold. Die Uhr die den Namen "Marie Antoinette" bekam, erhielt
ein Minutenrepetitions Schlagwerk. Das heißt auf Knopfdruck wurde die Zeit auf die Minute
genau akustisch angezeigt! Natürlich besaß dieses Wunderwerk einen "Ewigen Kalender", ein
Kalendarium das selbsttätig die verschiedenen Monatslängen berücksichtigt, sogar in
Schaltjahren. Ferner zeigte sie die Äquation, also den Unterschied zwischen
12.00 Uhr Mittag und den tatsächlichen Höchststand der Sonne, der sich im Laufe
eines Jahres ständig verändert, an. Damit noch nicht genug. Selbstaufzug kombiniert mit
Auf- und Abzeiger, der die Energiereserve der Zugfeder anzeigt durfte natürlich nicht
fehlen. Dieses Wunderwerk der Uhrentechnik, die "Marie Antoinette", befindet sich heute im Mayer-Museum in Jerusalem |
| Ortsfeste, also nicht tragbare Uhren, erzielten bei weitem bessere Ganggenauigkeiten als tragbare Uhren. Daraus folgernd hatte Breguet wieder eine großartige Idee, die er auch verwirklichte und die bis jetzt von keinem anderen Uhrmacher nachgebaut wurde. Es handelt sich um 2 Uhren. Eine Präzisions-Tischuhr die oben auf dem Gehäuse eine Halterung besaß für eine Taschenuhr. Wurde die Taschenuhr nicht getragen und auf diese Halterung gesetzt, wurde Sie von der großen Tischuhr aufgezogen, nachgestellt und ggf. sogar reguliert! Abraham Louis Breguet nannte diese Uhren Kombination Sympathique. | Sympathique
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| Über Abraham Louis Breguet könnte man noch viele Seiten schreiben. Einer der besten Breguet Kenner ist der Londoner Uhrmacher George Daniels ( Fachliteratur George Daniels: "The Art of Breguet", London 1975) |
* Ein "Chronograph" ist eine Stoppuhr. Im Gegensatz dazu ist ein Chronometer eine Präzisions-Uhr die nur sehr geringe Zeit-Abweichungen haben darf.