Serie berühmter Uhrmacher:

George Graham

George Graham wusste alles ueber die damalige Astronomie

George Graham war einer der bedeutendsten Uhrmacher Englands. Er war Mitglied der "Clockmakers Company" und lebte von 1673 bis 1751 in London. Der 15 jährige George Graham kam 1688 bei Thomas Tompion in die Lehre und arbeitete später wieder (ab 1696) mit Tompion zusammen, mit dem ihm eine tiefe Freundschaft verband. Graham heiratete Tompions Nichte Elisabeth Tompion. Von 1711 bis 1713 war er Tompions Partner und führte nach dessen Tod (1713)  die Werkstätte in der Waterlane-/Fleetstreet weiter. Beide sind in der Westminster-Abtei begraben! Grahams bekanntester Schüler war Thomas Mudge, der in seinem eigenen Unternehmen Grahams Stil und Tradition vorbildlich fortsetzte! Die Firma Grahams löste sich bald nach seinem Tode auf, da sich die Erben nicht einigten.

 
Eine Graham HemmungSeine bedeutendste Erfindung war die Konstruktion der nach ihm benannten "Graham-Hemmung"  im Jahre 1715. Die Graham-Ankerhemmung löste die Spindel-Hemmung ab, da sie bedeutende Vorteile brachte. Die Graham-Hemmung findet  heute noch in guten Uhren Verwendung. 

Angespornt durch die hervorragenden Erfolge seiner Großuhren-Hemmung setzte Ein Zylinder Rader seine Erkenntnisse bei der bereits von seinem Lehrer Thomas Tompion 1695 konzipierten Zylinder-Hemmung ein. Ca. 1720 verbesserte er die Zylinder-Hemmung entscheidend und verhalf ihr damit zum Durchbruch.

ein QuecksilberpendelZwischen 1715 und 1726 entwickelte er das Quecksilber-Kompensationspendel. Bei Temperaturänderungen ändert sich ja logischerweise auch die Länge eines Pendels, was natürlich auch zur Folge hat, dass sich dessen "Frequenz", also die Dauer einer Pendel-Schwingung ändert. Dies hat zur Folge, dass normalerweise eine Pendeluhr bei Erwärmung der Umgebung nachgeht. Graham kompensierte diesen Nachteil mit einer besonderen Vorrichtung: Das  Pendel enthält Glasröhrchen in denen sich Quecksilber befindet. Dehnt sich nun das Pendel nach unten aus, steigt das Quecksilber in den Röhren nach oben. Bei richtiger Berechnung verändert der Gangregler (Pendel) also nicht mehr seine Schwingungsdauer, auch wenn sich die Temperatur ändert.

Es wird behauptet, dass Graham alles über die Astronomie wusste, was damals bekannt war. Er fertigte das berühmte Planetarium für den Earl of Orrery an. 

Graham stattete seine Taschenuhren meist mit einem schönen Email-Zifferblatt aus und verwendete dazu gebläute Stahlzeiger. Graham setzte die Nummerierung aus der Zeit mit Tompion fort. Diese Werknummern setzte er meist auf die obere Platine und auf die  Unterseite des Unruhklobens. Typisch für ihn war ein reichlich dekorierter Unruhkloben mit einem großen Diamant-Deckstein. Aber Vorsicht, auch die Uhren von Graham wurden sehr oft gefälscht und diese Fälschungen sind sehr schwer zu erkennen!

 

 

eine Uhr George Grahams

Zum Abschluss noch eine Tischuhr (Bracket Clock), geschaffen um 1715-20 von George Graham.

Das Uhrwerk mit Spindelgang läuft 8 Tage. Der Antrieb erfolgt über ein Federzugwerk mit "Schnecken" und Darmsaiten. Vorne Hilfszifferblätter für Sekundenangabe und Reguliervorrichtung. Über der "6" wird das Datum in einem kleinen Fenster angezeigt. Unter der "12" befindet sich ein Ausschnitt für den Scheinpendel. Der maßgebliche Pendel befindet sich auf der Rückseite des Uhrwerkes.